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Kardiologie

Echokardiographie — Herzultraschall in der kardiologischen Praxis

Die Echokardiographie ist die zentrale bildgebende Methode der Kardiologie: Pumpfunktion (EF), Klappen, Hämodynamik und diastolische Funktion in Echtzeit — ohne Strahlung. Dieser Leitfaden zeigt Verfahren (TTE, TEE, Stress-Echo), Doppler-Modi und die entscheidenden Kriterien für die Gerätewahl in Praxis und Klinik.

Aktualisiert 2026
13 Min. Lesezeit
SONORING DORMED Redaktion
Echokardiographie — transthorakaler Herzultraschall mit Doppler-Spektralkurve
01 — Definition

Was ist Echokardiographie?

Kurzdefinition

Die Echokardiographie (Herzecho, Ultraschall des Herzens) ist die bildgebende Untersuchung von Herzmuskel, Klappen, Vorhöfen, Kammern und Blutfluss mittels Ultraschall. Sie liefert in Echtzeit Aussagen zu systolischer und diastolischer Funktion, Klappenvitien und Hämodynamik — schmerzfrei, ohne ionisierende Strahlung und beliebig oft wiederholbar. In der kardiologischen Praxis ist sie die meistgenutzte apparative Basisdiagnostik.

Technisch verbindet das Herzecho zwei Bausteine: die zweidimensionale Bildgebung (B-Mode) mit einem Phased-Array-Schallkopf, der durch die engen Interkostalräume ein sektorförmiges Bild des schlagenden Herzens erzeugt, und die Doppler-Verfahren, die Geschwindigkeit und Richtung des Blutflusses quantifizieren. Aus der Kombination ergibt sich ein vollständiges Bild aus Anatomie, Funktion und Hämodynamik.

Anders als CT oder MRT ist die Echokardiographie unmittelbar am Patienten verfügbar — am Untersuchungsplatz, am Bett, im Notfall. Das macht sie zum unverzichtbaren Werkzeug für Kardiologen und Internisten, die Verdachtsdiagnosen wie Herzinsuffizienz, Klappenfehler oder eine kardiale Emboliequelle direkt abklären wollen.

2D
B-Mode
Anatomie und Wandbewegung des schlagenden Herzens in Echtzeit
EF
Pumpfunktion
Ejektionsfraktion als Leitparameter der systolischen Funktion
0
Strahlung
Nicht-invasiv, schmerzfrei, beliebig oft wiederholbar
Phased-Array-Schallkopf für die Echokardiographie — sektorförmige Herzbildgebung

Phased-Array-Schallkopf — kleine Auflagefläche für die engen Interkostalräume, breites Sektorbild des Herzens

02 — Verfahren

Verfahren der Echokardiographie — TTE, TEE und Stress-Echo

Welches Verfahren zum Einsatz kommt, richtet sich nach Fragestellung und Schallbedingungen. Die drei klinisch relevanten Zugänge unterscheiden sich in Invasivität, Bildqualität und Indikation.

TTE
Transthorakal — der Standard

Der Schallkopf wird von außen auf den Thorax aufgesetzt — parasternal, apikal, subkostal und suprasternal. Die transthorakale Echokardiographie ist nicht-invasiv, in Minuten durchführbar und deckt den Großteil aller kardiologischen Fragestellungen ab: EF, Klappen, Kammergrößen, Perikard.

TEE
Transösophageal — der Detailblick

Eine spezielle TEE-Sonde wird über die Speiseröhre eingeführt und liegt dem linken Vorhof direkt an. Ohne Lungengewebe oder Rippen im Schallweg entstehen hochauflösende Bilder — Goldstandard für Vorhofthromben, Endokarditis-Vegetationen, Klappenmorphologie und die periinterventionelle Steuerung.

Stress-Echokardiographie — Funktion unter Belastung

Beim Stress-Echo wird die Wandbewegung in Ruhe und unter Belastung verglichen — ergometrisch (Fahrrad/Laufband) oder pharmakologisch (Dobutamin). Neu auftretende oder zunehmende Wandbewegungsstörungen weisen auf eine relevante koronare Herzkrankheit (KHK) hin; das Dobutamin-Stress-Echo dient zudem der Vitalitäts- und Low-Flow-Low-Gradient-Aortenstenose-Diagnostik. Voraussetzung sind eine gute Bildqualität und ein Gerät mit schneller Bildrate und ggf. Kontrastmittelfunktion.

Verfahren auf einen Blick
TTE: nicht-invasiv, schnell, breite Basisdiagnostik — erste Wahl in der ambulanten Kardiologie
TEE: semi-invasiv, höchste Auflösung — Vorhofohr, Klappen, Endokarditis, Strukturinterventionen
Stress-Echo: Funktion unter Belastung — Ischämienachweis (KHK), Vitalität, Low-Flow-Aortenstenose
Doppler-Spektralkurve in der Echokardiographie — Blutflussmessung am Herzen

Doppler-Spektralkurve über einer Herzklappe — Grundlage der hämodynamischen Beurteilung im Herzecho

Kontrastechokardiographie (LVO)

Bei schlechten Schallbedingungen verbessert ein lungengängiges Ultraschall-Kontrastmittel die Endokardabgrenzung deutlich (Left Ventricular Opacification). Das erhöht die Reproduzierbarkeit der EF-Messung und erleichtert den Nachweis von Thromben oder Wandbewegungsstörungen — moderne Kardiologie-Systeme bieten dafür einen dedizierten Kontrastmodus. (Quelle: Wikipedia — Echokardiografie)

Doppler-Grundlagen
PW- vs. CW-Doppler im Herzecho

Wann tiefenselektiv messen, wann ohne Aliasing-Limit? Die beiden Spektraldoppler-Verfahren im direkten Vergleich.

Zum CW-Doppler-Beitrag
Geräteauswahl
Echo-Systeme für Ihre Kardiologie

Phased-Array, Auto-EF, Strain und TEE-Sonde — die passenden Geräte für die Echokardiographie auf einen Blick.

Geräte für die Kardiologie
03 — Doppler-Modi

Doppler-Modi in der Echokardiographie

Das B-Bild zeigt Anatomie und Wandbewegung — die Doppler-Modi liefern die Hämodynamik. Eine vollständige Echokardiographie kombiniert mehrere Doppler-Verfahren, die sich gegenseitig ergänzen.

Spektraldoppler
PW & CW
  • PW-Doppler — tiefenselektiv, misst Fluss im definierten Sample Volume (z. B. LVOT, Mitraleinstrom)
  • CW-Doppler — ohne Aliasing-Limit, erfasst hohe Jets über Klappenstenosen (Vmax)
  • Gemeinsam Grundlage der Kontinuitätsgleichung zur Klappenöffnungsflächen-Berechnung
Farb- & Gewebedoppler
FKDS, TDI & Strain
  • Farbdoppler (FKDS) — flächige Darstellung von Richtung und Turbulenz: Insuffizienzen, Shunts auf einen Blick
  • Gewebedoppler (TDI) — misst Myokardgeschwindigkeit (e′) für die diastolische Funktion
  • Strain / Speckle-Tracking — Verformung des Myokards (GLS) als früher Marker der Pumpfunktion
Modus Misst Typische Anwendung
PW-Doppler Fluss im Messvolumen, tiefenselektiv LVOT-VTI, Mitraleinstrom (E/A)
CW-Doppler Maximale Jetgeschwindigkeit (kein Aliasing) Aortenstenose, TR-Velocity, Gradienten
Farbdoppler Richtung & Turbulenz (flächig) Klappeninsuffizienz, Shunts (VSD/ASD)
Gewebedoppler (TDI) Myokardgeschwindigkeit (e′, s′) Diastolische Funktion, E/e′-Ratio
Strain (2D-Speckle) Myokardverformung (GLS in %) Frühe LV-Dysfunktion, Kardiotoxizität
Praxistipp — Modi kombinieren

Eine aussagekräftige Klappenbeurteilung nutzt alle Modi: Der Farbdoppler lokalisiert den Jet, der CW-Doppler quantifiziert ihn (Vmax, Gradient), der PW-Doppler liefert den LVOT-Fluss für die Kontinuitätsgleichung — und der Gewebedoppler ergänzt die diastolische Funktion. Achten Sie bei der Gerätewahl auf ein vollständiges Doppler-Paket inklusive TDI und Strain.

04 — Funktionsparameter

EF, GLS und diastolische Funktion — die Leitparameter

Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) ist der wichtigste Einzelparameter der systolischen Funktion und entscheidet über Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz (HFrEF, HFmrEF, HFpEF). In der Routine wird sie biplan nach der Simpson-Methode aus apikalem Vier- und Zweikammerblick bestimmt — moderne Geräte automatisieren das per Auto-EF.

Ejektionsfraktion
EDV Enddiastolisches Volumen — maximale Füllung des linken Ventrikels
ESV Endsystolisches Volumen — Restvolumen nach der Auswurfphase
EF Ejektionsfraktion in % — Anteil des ausgeworfenen Volumens

Der Global Longitudinal Strain (GLS) aus dem 2D-Speckle-Tracking erkennt eine beginnende Funktionsstörung oft, bevor die EF abfällt — etwa unter kardiotoxischer Chemotherapie. Ein normaler GLS liegt betragsmäßig bei etwa −20 %; abnehmende Werte signalisieren eine subklinische LV-Dysfunktion.

Diastolische Funktion E/e′-Ratio — Füllungsdruck abschätzen
PW-Doppler — frühdiastolische Mitraleinstromgeschwindigkeit
E = 90 cm/s
Gewebedoppler (TDI) — mittlere Mitralannulus-Geschwindigkeit e′ → 90 / 6
e′ = 6 cm/s
E/e′-Ratio — Wert > 14 spricht für erhöhten linksventrikulären Füllungsdruck
E/e′ = 15

Die E/e′-Ratio kombiniert PW-Doppler (Mitraleinstrom) und Gewebedoppler (Annulus) — ein zentraler Baustein der diastolischen Funktionsdiagnostik bei HFpEF. Werte < 8 gelten als normal, > 14 als deutlich erhöht.

Einteilung der systolischen Funktion (LVEF)

Kategorie LVEF Klinische Zuordnung
Normal ≥ 50 % Erhaltene Pumpfunktion (ggf. HFpEF bei Symptomen)
Leicht reduziert 41–49 % HFmrEF — mittelgradig reduzierte EF
Reduziert ≤ 40 % HFrEF — Indikation zur Herzinsuffizienztherapie

Die EF-basierte Klassifikation folgt der ESC-Leitlinie Herzinsuffizienz 2021 und steuert die medikamentöse Therapie unmittelbar. Reproduzierbare EF-Werte setzen eine gute Endokardabgrenzung voraus — Auto-EF und Kontrastmittel reduzieren die Untersucherabhängigkeit.

Echokardiographie — Ejektionsfraktion und Strain-Analyse des linken Ventrikels

EF- und Strain-Analyse des linken Ventrikels — automatisierte Volumetrie und Speckle-Tracking als Grundlage der Funktionsbeurteilung

Reproduzierbarkeit beachten

Die EF reagiert empfindlich auf Anlotung und Endokardabgrenzung — Fehler bei der apikalen Schnittebene führen zu systematischer Unterschätzung. Standardisierte Schnittebenen, ausreichende Bildrate und bei schlechtem Schallfenster Kontrastmittel sichern verlässliche Verlaufswerte. Auto-EF-Algorithmen verbessern die Konsistenz zwischen Untersuchern deutlich.

Gewebedoppler
TDI — diastolische Funktion messen

Wie der Gewebedoppler e′ liefert und warum die E/e′-Ratio bei HFpEF unverzichtbar ist.

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Auto-EF & Strain im Gerät

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Das Resona I9 ist ein Premium-System mit kardiologischem Schwerpunkt: hohe Bildrate für die schnelle Herzbewegung, vollständiges Doppler-Paket, automatisierte Ejektionsfraktion und Speckle-Tracking-Strain. Für Kardiologen, die TTE, Stress-Echo und erweiterte Funktionsdiagnostik auf höchstem Niveau betreiben.

Echo-Highlight

Mit Auto-EF und 2D-Speckle-Tracking (Strain/GLS) liefert das Resona I9 reproduzierbare Funktionsparameter auf Knopfdruck. Der dedizierte Kontrastmodus verbessert die Endokardabgrenzung bei schwierigen Schallfenstern, und der TEE-Sondenanschluss erweitert das System um die transösophageale Diagnostik.

  • Vollständiges Doppler-Paket: PW, CW, Farb-, Power- und Gewebedoppler (TDI) — alle Modi der Echokardiographie
  • Auto-EF & Strain: automatisierte Ejektionsfraktion und Global Longitudinal Strain für die quantitative Funktionsanalyse
  • Phased-Array & TEE-Sonde: hochauflösende Kardio-Schallköpfe plus transösophagealer Anschluss
  • Hohe Bildrate & Kontrastmodus: scharfe Darstellung der schnellen Herzbewegung, LVO-Kontrast für schwierige Schallbedingungen
05 — Klinik

Klinische Anwendungen der Echokardiographie

Kaum eine kardiologische Frage kommt ohne Herzecho aus. Die wichtigsten Indikationen — von der Herzinsuffizienz bis zur Emboliesuche — im praxisnahen Überblick.

Die Echokardiographie ist der diagnostische Dreh- und Angelpunkt bei Herzinsuffizienz. EF und Strain klassifizieren die systolische Funktion (HFrEF/HFmrEF/HFpEF), E/e′ und Vorhofgröße beschreiben die diastolische Funktion, und die TR-Velocity schätzt den pulmonalarteriellen Druck.

Echokardiographie bei Herzinsuffizienz — reduzierte Ejektionsfraktion des linken Ventrikels

Apikaler Vierkammerblick — Grundlage der EF-Bestimmung nach Simpson und der Vorhofvolumetrie

ParameterKlinische Bedeutung
LVEF (Simpson)Leitparameter der systolischen Funktion — steuert die HFrEF-Therapie. ≤ 40 % = reduziert.
GLS (Strain)Früher Marker subklinischer Dysfunktion — auffällig oft vor EF-Abfall, z. B. unter Kardiotoxizität.
E/e′-RatioSchätzt den LV-Füllungsdruck — zentral für die Diagnose der HFpEF. > 14 = erhöht.
LA-VolumenIndexiertes Vorhofvolumen als chronischer Marker erhöhter Füllungsdrücke.

Die Quantifizierung von Klappenfehlern ist eine Kerndomäne der Echokardiographie. Farbdoppler lokalisiert Insuffizienzjets, der CW-Doppler misst Gradienten und Vmax, und über die Kontinuitätsgleichung wird die Klappenöffnungsfläche berechnet — die Schweregradeinteilung folgt der ESC/EACTS-Leitlinie 2021.

VitiumEchokardiographische Beurteilung
AortenstenoseVmax und mittlerer Gradient (CW-Doppler) plus KÖF (Kontinuitätsgleichung). Häufigstes operationsrelevantes Vitium.
MitralinsuffizienzFarbdoppler-Jet, PISA/EROA-Quantifizierung, Vena contracta — TEE zur Morphologie vor Intervention.
MitralstenosePlanimetrie und Pressure Half Time (CW-Doppler) zur Berechnung der Mitralklappenöffnungsfläche.
TrikuspidalinsuffizienzTR-Velocity (CW) zur sPAP-Abschätzung — Schlüssel zur pulmonalen Hypertonie.
TEE vor Strukturinterventionen

Vor TAVI, MitraClip oder Vorhofohrverschluss liefert die transösophageale Echokardiographie die entscheidende Morphologie und steuert den Eingriff in Echtzeit. Ein Echo-System mit TEE-Sondenanschluss und 3D-Bildgebung ist dafür Voraussetzung.

Bei der koronaren Herzkrankheit zeigen regionale Wandbewegungsstörungen das Versorgungsgebiet einer Stenose an. Das Stress-Echo macht eine belastungsinduzierte Ischämie sichtbar; in der Akutsituation klärt das fokussierte Notfallecho schnell Perikarderguss, Rechtsherzbelastung (Lungenembolie) oder eine hochgradig reduzierte Pumpfunktion.

RWMA
Wandbewegungsstörung
Regionale Hypo-/Akinesie als Ischämie- oder Infarktmarker — Zuordnung zum Koronargefäß.
FoCUS
Notfall-Echo
Fokussierte Bedside-Untersuchung: Erguss, RV-Belastung, grobe LV-Funktion in Minuten.
AnwendungKlinische Bedeutung
Stress-Echo (Ischämie)Neue Wandbewegungsstörung unter Belastung = Hinweis auf hämodynamisch relevante KHK.
Dobutamin-Stress (Vitalität)Biphasische Antwort zeigt vitales, revaskularisierbares Myokard im Infarktgebiet.
Low-Flow-AortenstenoseDobutamin-Stress differenziert echte von pseudoschwerer Aortenstenose bei reduzierter EF.
Notfall (FoCUS)Perikardtamponade, akute Rechtsherzbelastung, kardiogener Schock — sofortige Triage.

Über die Standardfragen hinaus deckt die Echokardiographie ein breites Spektrum weiterer Indikationen ab.

IndikationKlinischer Nutzen
KardiomyopathienHCM, DCM, restriktive und infiltrative Formen — Wanddicke, Geometrie und Strain-Muster zur Differenzierung.
Kardiale EmboliequelleTEE zur Suche nach Vorhofohrthrombus, PFO/ASD und Aortenplaques nach Schlaganfall.
Pulmonale HypertonieTR-Velocity (CW) + geschätzter RAP → sPAP; RV-Funktion via TAPSE und s′ (Gewebedoppler).
PerikardErguss, Tamponadezeichen und Konstriktion — schnelle Beurteilung auch im Notfall.
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Gradienten & pulmonaler Druck

Wie der CW-Doppler Aortenstenose und TR-Velocity quantifiziert — kompakt erklärt.

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06 — Gerätewahl & Abrechnung

Kriterien für die Gerätewahl in der Echokardiographie

Ein Echo-System ist eine Investition für Jahre. Entscheidend ist nicht die längste Featureliste, sondern das passende Profil für Ihr Patientengut — von der gelegentlichen TTE in der internistischen Praxis bis zur erweiterten Funktionsdiagnostik mit Stress-Echo und TEE.

Worauf es ankommt
Die entscheidenden Auswahlkriterien
Muss-Kriterien
  • Phased-Array-Schallkopf — kleine Auflagefläche, hohe Bildrate für die schnelle Herzbewegung
  • Vollständiges Doppler-Paket — PW, CW, Farb- und Gewebedoppler (TDI) in einem System
  • Auto-EF — automatisierte, reproduzierbare Ejektionsfraktion reduziert die Untersucherabhängigkeit
  • Bildqualität bei schwierigem Schallfenster — Penetration und Endokardabgrenzung bei adipösen oder lungenkranken Patienten
Kür — je nach Schwerpunkt
  • Strain / Speckle-Tracking (GLS) — für Onko-Kardiologie und frühe LV-Dysfunktion
  • TEE-Sondenanschluss — für Endokarditis, Emboliesuche und Strukturinterventionen
  • Kontrastmodus (LVO) — bessere EF bei schlechten Schallbedingungen
  • 3D-Echo — für Klappenmorphologie und exakte Volumetrie an der Spitze des Spektrums
Praxistipp: Eine internistische Praxis mit gelegentlicher TTE ist mit einem soliden Mittelklasse-System bestens bedient — eine spezialisierte Kardiologie mit Stress-Echo, TEE und Strain braucht ein Premium-Gerät. Lassen Sie immer eine Demo mit Ihren eigenen Patienten durchführen; die Bildqualität am schwierigen Schallfenster ist das ehrlichste Auswahlkriterium.
Phased-Array- und TEE-Schallkopf für die Echokardiographie

Kardiologische Schallköpfe — Phased-Array für die transthorakale Echo, TEE-Sonde für die transösophageale Diagnostik

Vorteile der Echokardiographie im Überblick

VorteilKlinische Bedeutung
Echtzeit-FunktionEF, Klappen und Hämodynamik in Echtzeit am Patienten — sofortige Entscheidungsgrundlage.
Keine StrahlungBeliebig oft wiederholbar — ideal für Verlaufskontrollen, Schwangerschaft und Pädiatrie.
Bedside & mobilVom Untersuchungsplatz bis zum Notfall — fokussiertes Echo in Minuten verfügbar.
QuantitativAuto-EF, Strain und Doppler liefern reproduzierbare Zahlenwerte statt reiner Bildeindrücke.
Grenzen & Herausforderungen
  • Untersucherabhängigkeit: Bildqualität und Messwerte hängen stark von Erfahrung und Anlotung ab — Standardisierung und Auto-Tools mildern das.
  • Schallfenster: Adipositas, COPD und Lungenüberlagerung können die TTE limitieren — dann TEE oder Kontrastmittel.
  • Winkelabhängigkeit der Doppler-Messung: Gradienten werden bei schlechter Ausrichtung unterschätzt — in mehreren Fenstern messen.
  • Begrenzte Koronardarstellung: Die Echokardiographie zeigt Ischämiefolgen (Wandbewegung), nicht die Koronaranatomie selbst — dafür Koronarangiographie/CT.

Echokardiographie abrechnen — GOÄ und EBM

Die Abrechnung hängt vom Versicherungsstatus und der Fachgruppe ab. Die folgenden Ziffern geben eine Orientierung — verbindliche Auskunft erteilen die zuständige Kassenärztliche Vereinigung oder ein Abrechnungsspezialist.

EBM Gesetzlich Versicherte (GKV)
ZifferLeistungHinweis
33020Echokardiographie (B-Mode / M-Mode), transthorakalGenehmigungspflichtig — Kardiologen / Internisten
33021Doppler-Echokardiographie (PW- und/oder CW-Doppler)Ergänzend zur 33020, nicht für Hausärzte
33022Farbcodierte Doppler-Echokardiographie (Duplex)Farbduplex-Untersuchung des Herzens
33023Transösophageale Echokardiographie (TEE)Zusätzliche Qualifikation erforderlich
Wichtig: Die Echokardiographie nach EBM setzt eine KV-Genehmigung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus und ist in der hausärztlichen Praxis nicht berechnungsfähig. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt — Abrechnung Herzechokardiographie)
GOÄ Privatpatienten & Selbstzahler
ZifferLeistungHinweis
423Echokardiographische Untersuchung (ein- und zweidimensional)Basisziffer der Echokardiographie
424Doppler-Echokardiographie (Duplex-Verfahren)Schließt 423 ein, mit Doppler/Farbduplex
406Transösophageale Echokardiographie — ZuschlagZusatzleistung TEE, sachgerecht kombinieren
Hinweis: Diese Angaben dienen der Information und ersetzen keine verbindliche Abrechnungsberatung. Steigerungsfaktor und kombinierbare Ziffern richten sich nach Aufwand und Begründung. (Quelle: Virchow Bund — GOÄ Sonographie Abrechnung)
Fazit

Die Echokardiographie ist das diagnostische Rückgrat der modernen Kardiologie: Sie liefert Pumpfunktion, Klappenstatus, diastolische Funktion und Hämodynamik in Echtzeit — ohne Strahlung, am Patienten, beliebig oft wiederholbar. Wer ein Gerät beschafft, sollte auf einen leistungsfähigen Phased-Array-Schallkopf, ein vollständiges Doppler-Paket, Auto-EF und — je nach Schwerpunkt — Strain, TEE-Sonde und Kontrastmodus achten. Die einzelnen Doppler-Modi vertiefen die Beiträge zu CW-Doppler, PW-Doppler, Farbduplex und Gewebedoppler. Welches System zu Ihrer Praxis passt, klären wir herstellerunabhängig in einer persönlichen Beratung.

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Zur Kardiologie-Übersicht
Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen
zur Echokardiographie

Aus der Praxis — für Kardiologen und Internisten, die das Herzecho täglich nutzen und ein passendes Gerät suchen.

Die Echokardiographie (Herzecho) ist die Ultraschalluntersuchung des Herzens. Sie stellt Herzmuskel, Klappen, Vorhöfe und Kammern dar und beurteilt mit Doppler die Hämodynamik — also Pumpfunktion (EF), Klappenvitien und Füllungsdrücke. Die Untersuchung ist nicht-invasiv, schmerzfrei, ohne Strahlung und beliebig oft wiederholbar. In der Kardiologie ist sie die wichtigste apparative Basisdiagnostik und kombiniert die zweidimensionale Bildgebung (B-Mode) mit den Doppler-Verfahren PW, CW, Farb- und Gewebedoppler.
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